Abwicklung des Pfandausgleichs

Wer sind die beteiligten Parteien am Pfandclearingprozess?

Eine Teilnahme am DPG-System ist unter anderem in folgenden Funktionen möglich:

  • Erstinverkehrbringer/Pfandkontoführer

    Getränkehersteller und Importeure erheben als Erstinverkehrbringer/Pfandkontoführer für jede pfandpflichtige Einweggetränkeverpackung, die sie verkaufen, einen Pfandbetrag von 25 Cent zzgl. Umsatzsteuer. Dieser Pfandbetrag wird bis auf weiteres von ihnen verwaltet.

  • Rücknehmer/Forderungssteller

    Händler oder andere Letztvertreiber erstatten als Rücknehmer/Forderungssteller dem Endverbraucher den Pfandbetrag vom 25 Cent für jede zurückgenommene Einwegverpackung.

Der Pfandausgleich zwischen diesen beiden Parteien erfolgt über das DPG-System. Dieses fungiert dabei sozusagen als Vermittler, so dass es nicht nötig ist, dass die beiden Parteien direkte Geschäftsbeziehungen zueinander unterhalten.

Auf welcher Grundlage wird das Pfandclearing durchgeführt?

Einweggetränkeverpackung sind nicht dazu bestimmt nochmals befüllt zu werden. Eine Rückführung zum ursprünglichen Vertreiber ist daher aus ökonomischer und ökologischer Sicht nicht zweckmäßig. Die Verpackungen werden nach ihrer Rückgabe durch den Verbraucher dem Recycling-Prozess zugeführt.

Das Pfandclearing im DPG-System funktioniert auf Basis elektronischer Rohdatensätze, die in DPG-Rücknahmeautomaten in den Geschäften des Einzelhandels oder - im Falle einer händischen Rücknahme - bei der nachgelagerten automatisierten Erfassung im Zählzentrum erzeugt werden. Für jede zurückgenommene DPG-Verpackung wird genau ein signierter, nicht kopierbarer elektronischer Datensatz erzeugt.


Wie sieht der Clearingprozess aus Sicht der Rücknehmer/Forderungssteller aus?

  1. Rücknahme von DPG-Verpackungen und Erstellung eines clearingfähigen elektronischen Datensatzes

    Dieser entsteht bei der Rücknahme einer DPG-Verpackung im DPG-Automaten oder bei händischer Rücknahme in der nachgelagerten Erfassung im DPG-Zählzentrum.

  2. Übertragung der elektronischen Rohdatensätze

    Die in den DPG-Automaten und Zählzentren erzeugten elektronischen Rohdatensätze werden zur weiteren Verarbeitung durch den Forderungssteller oder eines Forderungsstellerdienstleisters abgerufen.

  3. Abgleich der elektronischen Rohdatensätze mit den in der DPG-Stammdatenbank hinterlegten Informationen

    Über die DPG-Stammdatenbank können die elektronischen Rohdatensätze den entsprechend zuständigen Erstinverkehrbringern zugeordnet werden.

  4. Erstellung von Pfandrechnung und Forderungsmeldung

    Elektronische Rohdatensätze, die demselben Erstinverkehrbringer zugeordnet wurden, werden in einer sog. "Forderungsmeldung" zusammengefasst. Zu jeder Forderungsmeldung wird eine korrespondierende Rechnung in Papierform erstellt.

  5. Versand von Pfandrechnung und Forderungsmeldung und Überwachung des Zahlungseingangs

    Die Pfandrechnung wird auf dem Postweg, die Forderungsmeldung auf elektronischem Weg an die Erstinverkehrbringer bzw. an die in der Stammdatenbank hinterlegten Clearing-Dienstleister versendet.

Das klingt recht komplex. Wo bekommt ein Rücknehmer/Forderungssteller  Unterstützung?

Die Anforderungen, die im Rahmen des Pfandclearing-Prozesses der DPG an Rücknehmer/Forderungssteller gestellt werden, sind umfangreich und erfordern entsprechendes Know-how, personelle sowie soft- und hardwaretechnische Kapazitäten. Vor diesem Hintergrund können Rücknehmer/Forderungssteller mit der praktischen Durchführung ihrer Aufgaben im Clearing-Prozess darauf spezialisierte Clearing-Dienstleister beauftragen.